Plötzlich
ging alles ganz schnell. Nachdem wir 3 Stunden vor Abfahrt an der Fähre waren,
hatten wir eine gute Warteposition und konnten durch den Zaun sehen, wie die
die Fähre ankam. Zwei Stunden vor Abfahrt lief dann eine Frau durch die Reihen
und sammelte schon einmal das ticket für´s Auto ein. Kein Problem. Doch
plötzlich hieß es, dass nur der Fahrer im Auto bleibt und die anderen mit dem
Gepäck zu Fuß gehen müssen und schon setzen sich die Autos in Bewegung. Also
mussten die Mitfahrer schnell das Gepäck für die Kabine unter den Arm nehmen
und los ging es. Die go-pro-Kamera habe ich noch angeschaltet um wenigsten ein
paar Bilder von der Einfahrt auf die Fähre zu machen. Die Autos schlängelten
sich in den Bauch des Schiffes, fuhren hinauf und wendeten um dann dicht an
dicht hintereinander und nebeneinander zu parken. Um zu schauen, ob mit der
Dachbox nach oben noch Luft war, hatte ich keine Zeit. Es holperte, knallte und
kratzte zwar ständig, aber das waren nur die stählernen Bodenplatten. So sah es
dann im Parkdeck für die Autos aus.:
Anhalten, Aussteigen,
Spiegel anklappen, Gepäck mitnehmen und irgendeinen Ausgang finden, denn
ständig kamen neue Autos in´s Schiff.
In der Eile
hatte ich dummerweise vergessen, die Handbremse anzuziehen, d.h. bei diesem
Auto habe ich noch nie eine Handbremse angezogen, sondern die Feststellbremse
wird mit dem Fuß betätigt (wie bei einem älteren Mercedes. Ob und wie ich das
Auto wiedergefunden habe, erfahrt ihr später). So war ich einer der
Ersten auf der Fähre und musste dann erst mal auf die Anderen warten. Nach 10
Minuten hatten wir uns alle wieder im Schiff getroffen und mussten noch ein
paar Minuten warten, bis die Kabinen bezugsfertig waren. Immerhin sind ja
gerade über 1000 Passagiere von Bord gegangen und nun kamen wir für die Fahrt
nach Island.
Jetzt hatte
unsere „Kreuzfahrt“ begonnen.
Überpünktlich legten wir bei Sonnenschein ab. Von Deck aus beobachteten wir, wie das Festland langsam immer kleiner wurde und dann schließlich am Horizont verschwand. Jetzt gab es ringsum nur noch Wasser, Wind und Wolken.
Überpünktlich legten wir bei Sonnenschein ab. Von Deck aus beobachteten wir, wie das Festland langsam immer kleiner wurde und dann schließlich am Horizont verschwand. Jetzt gab es ringsum nur noch Wasser, Wind und Wolken.
Vom Deck ging es über eine Eisentreppe noch eine Etage höher bis an die Bugspitze. Dort wehte mir der Wind mit voller Kraft um die Nase und die Fahne flatterte wie toll im Wind. Also wieder zurück und die Eisentreppe hinab. Diese hat ca. 15 Stufen und bei dem Wind habe ich mich auch gut festgehalten, aber ehe ich mich versah, war ich schon unten. Das kam wahrscheinlich daher, da das Deck nass war und somit auch meine Salomon-Schuhe mit der Gummisohle. Da nutze auch das tolle Profil nichts. Gott sei Dank ist mir jedoch nichts weiter passiert, außer einer leichten Prellung an Hüfte und Ellebogen.
Monika
hatte ein mindestens ebenso spannendes Erlebnis, was sie uns am nächsten Morgen
erzählte: Als wir am Abend, d.h. in der Nacht noch an irgendwelchen Bohrinseln
vorbeifuhren, wollte sie sich das gern von Deck aus näher ansehen. Der Wind
wehte wohl ziemlich stark und mit dem Fernglas ist sie dann an ihre Brille gestoßen,
bzw. hat diese angehoben oder verschoben und im Nu hat eine Windböe ihr die
Brille von der Nase gerissen und mit sich fort getragen. Und so sind dann mal
gleich 800,- Euro vom Winde verweht.
Hier seht ihr, wo unsere Reise langführte:
Hier seht ihr, wo unsere Reise langführte:
Am nächsten Tag kamen wir am Abend an den Farörer Inseln an. Eine Durchsage auf isländisch, farörisch, englisch und deutsch verriet uns, dass 2 Stunden vor Ankunft das Autodeck für 15 Minuten geöffnet wird. Das war meine Chance, dann auch die „Handbremse“ anzuziehen. Unser Auto hatte den Seegang bisher gut überlebt. Bei der Gelegenheit entdeckte ich, dass einige Isländer ihr Auto sogar mit Gurten an den Bodenplatten gesichert hatten.
Der Stopp
auf den Farörer Inseln war nur für 30 Minuten zum Ein- und Aussteigen und schon
ging es um 18:00 Uhr wieder weiter. Während des Abendbuffets fuhren wir
zwischen hohen Klippen und grünen Steilhängen hindurch und auch die Sonne ließ sich
wieder mal kurz sehen, nachdem wir den ganzen Tag nur in einer dichten
Wolkensuppe unterwegs waren. Bevor wir die Inselgruppe endgültig verließen
schaffte ich es noch an Deck um ein paar Fotos zu machen.
Dann ging es weiter in Richtung Norden.