Nachdem wir am Morgen um 6.00 Uhr auf dem Schiff geweckt worden waren, mussten wir bis 7.00 Uhr unsere Kabine verlassen. Das war nicht das Problem. Aber danach kam die erste Herausforderung, nämlich die Schlacht am Frühtücksbbuffet. Es war nicht einfach, überhaupt einen Platz zu bekommen, aber es ist uns gelungen. Das Personal hat von vornherein gar nicht erst mitgekämpft und diesmal kein schmutziges Geschirr abgetragen, sondern die Tellerstapel auf den Tischen einfach ignoriert. Wahrscheinlich in der Annahme, dass die Gäste dann schneller wieder das Schlachtfeld räumen...
Die Fähre legte dann pünktlich im Hafen von Hirtshals an und das Autodeck wurde geöffnet. Da kam die nächste Herausforderung: Es galt einen Weg zum Auto zu finden, denn diese waren so dicht nebeneinander und hintereinander geparkt, dass nur vereinzelt ein Durchkommen möglich war. Und als mich dann ein "netter" Herr nicht an seinem Auto vorbeilassen wolle, da er einen Kratzer an selbigem befürchtete, stieg die Kampfstimmung und explodierte schließlich, als er handgreiflich wurde und meine Mutter zurückschob.Den Kampf haben wir natürlich für uns entschieden und unser Auto mit dem Gepäck erreicht.
Die dritte Herausforderung war eine Geduldsprobe, denn bis wir endlich die Fähre mit dem Auto verlasen konnten, mussten erst die Busse und Autos im Unterdeck heraus manövriert werden. Und das brauchte eine 3/4 Stunde.
Dann rollten wir vom Schiff und anschließend 370 Kilometer durch Dänemark bis wir 15:30 Uhr Flensburg erreichten. Dort verließen uns Monika und Joachim und fuhren mit dem Zug zurück nach Augsburg.
Für mich und Bärbel ging die Reise mit dem Auto noch ca. 400 km weiter auf die Insel Rügen, wo es ein Wiedersehen bei ihrer Schwester Christel gab. Wir erreichten unser Ziel gegen 21:00 Uhr und für uns völlig ungewohnt war es schon lange dunkel.
Am nächsten Tag fuhren wir nach Binz und ich wurde wieder in die Realität auf deutschen Straßen
zurückgeholt: Es war Sonntag und viele Urlauber wollten die Insel wieder verlassen. Deshalb
war auf der entgegenkommenden Fahrspur eine endlose Autokolonne. Grauenhaft.
Wie sehnte ich mich doch zurück nach Island, als wir Autos nur im 30 Minuten
Takt begegneten.
Schön war
der Gottesdienst in der neu gebauten Kirche von Binz. Eine Diaspora- und
Urlaubergemeinde, die von Herzen mitfeierte, und ein junger Pfarrer der
authentisch und mit beiden Beinen auf der Erde stehend glaubhaft eine frohe
Botschaft verkündete.
Anschließend gab es Mittag im Gastmahl des Meeres: Zander in Butter gebacken.
Bevor wir die Heimreise antraten, machten wir noch einen Abstecher zu den Feuersteinfeldern
und zur Seebrücke Sellin.