Abschied
von Island
Die Norröna
bringt uns wieder zurück von der Insel auf das Festland. Eine Woche lang
braucht sie von Hirtshals über die Farörer Inseln nach Island und wieder
zurück. Ich genieße die Fahrt, sitze windgeschützt am Heck und schaue den
Wellen hinterher. Ein paar Möven begleiten uns und zeigen ihre Flugkünste.
Hier ein
paar Daten vom Schiff:
Es ist 165
Meter lang, kann fast 1500 Passagiere an Bord nehmen, dazu 600 Autos. Die Crew
besteht aus 118 Personen. Die Fähre hat 9 Decks, wovon das erste nur für den
Treibstoff ist, denn pro Tag verbraucht der Motor 77 Tonnen.
Auf dem
Schiff habe ich auch schon mal Zeit, meine über 5000 Fotos durchzuschauen und
die unbrauchbaren zu löschen. (ich habe auf meinem pc bereits alle Musik- und
Hörspieldateien gelöscht, um für die Fotos und Videos Platz zu haben). Island
ist mit seinen Naturschauspielen ein Paradies für Fotografen und die meisten
Menschen, die uns begegnet sind, waren mit einem Fotoapparat bewaffnet. Viele
davon auch mit Vollvormatkamera, Stativ und entsprechenden Objektiven. Um
wirklich gute Bilder zu machen, hätte ich noch mehr Zeit gebraucht, um am Abend
oder Morgen an den Wasserfällen, Bergen oder am Meer zu sein. Das hat aber
unser Zeitplan nicht zugelassen (ganz zu schweigen von der Ungeduld der
Mitfahrer). Manchmal jedoch hatten wir Glück und waren zur rechten Zeit da, so
dass die Sonne hervorkam und einen Regenbogen über den Wasserfall zauberte.
Bald legen
wir wieder von den Farörer Inseln ab. Ich sitze am Heck des Schiffes in ca. 20
m Höhe und beobachte, wie die Container rückwärts eingeladen werden. Dazu
kommen sechs Reisebusse, die sich ebenfalls rückwärts auf die Fähre schieben.
Heute scheint sie gut ausgebucht zu sein und wahrscheinlich wird jeder
Zentimeter gebraucht, denn mitunter kommen die Autos und z.T. die Busse wieder
aus der Fähre heraus, um erneut an einen anderen Standort hinein zu fahren. Ein
spannendes Schauspiel. Sogar ein paar Zaungäste aus der Stadt haben sich
eingefunden und auch der „Dorftrottel“ ist dabei und beobachtet Hände
schüttelnd und aufgeregt hin- und herlaufend das Geschehen und versucht hinter
dem Zaun die LKW einzuweisen. Es dauert eine Weile bis alle Container in der
Fähre verstaut sind und sie endlich zum Ablegen bereit ist. Pünktlich um 21.00
Uhr (was ich bei dem emsigen Treiben nicht für möglich gehalten hätte) legen
wir wieder ab. Die Nationalhymne ertönt und im Hafen gibt es ein kleines
Feuerwerk.