Um 8:30 Uhr
mussten wir heute unsere Kabine verlassen, denn die Ankunft in Seydisfjördur war um 10:30 Uhr
Das
Verlassen der Fähre klappte reibungslos und dabei durften auch alle Mitfahrer
im Auto sein. Es holperte zwar wieder mächtig und das war vielleicht auch der
Auslöser für die Überraschung die uns bald ereilen sollte. Bis zur nächsten
größeren Stadt waren es ca. 30 km durch eine traumhaft schöne Hochgebirgslandschaft
vorbei an mehreren Wasserfällen.
Es ging
ziemlich steil bergan und wieder bergab und irgendwann kam mir das Geräusch
unseres Autos merkwürdig vor und ich empfand es nicht mehr als normal. Ob das
Getriebe irgendeinen Schaden hatte, denn so hatte der Motor noch nie
ununterbrochen aufgeheult. Das beunruhigte mich. Gott sei Dank waren wir gleich in Egilsstadir und als die Anderen im
Supermarkt einkaufen waren, erkundigte ich mich im Infozentrum nach einer
Autowerkstatt. Zum Glück hatte es hier auch einen Toyota-Händler. Der kannte
sich zwar nicht mit dem Prius aus, konnte jedoch das Problem schnell finden:
unser Auspuff war gebrochen. Ich war erst mal froh, dass es nichts Schlimmeres
war, nur war in der Werkstatt schon alles ausgebucht und er hatte heute keine
Zeit mehr, den Auspuff zu reparieren… So ähnlich hatte ich mir Abenteuer-Urlaub
vorgestellt. Unterdessen war es gleich Mittag und wir hatten noch die ganze
Tagestour bis zur nächsten Unterkunft vor uns.
Der
Toyota-Händler verwies uns an eine andere Werkstatt. Dabei muss ich erwähnen,
dass unsere Isländisch-Kenntnisse am ersten Tag noch recht dürftig waren und
die Einheimischen auch nicht alle fließend Englisch sprechen. Mit Hilfe eines
Stadtplanes konnten wir die andere Werkstatt schnell finden und einer der
Arbeiter sagte uns, er könne das gern nach dem Mittag reparieren. D.h. er geht
jetzt erst Essen und danach können wir wiederkommen oder halt auch später. So
hatten wir noch etwas Zeit, um uns in der Stadt umzuschauen. Zurück in der
Werkstatt wusste man schon, dass wir kommen. Und obwohl der Kollege noch nicht
mit dem Mittagessen fertig war, ging es dann recht schnell: Auto auf die Bühne,
Auspuff sauber abtrennen, entsprechendes Rohr zuschneiden und vor dem Endtopf
anschweißen.
In 30
Minuten war alles erledigt. Vorsorglich hatte ich noch einmal ein paar (d.h. 20
000) isländische Kronen bei einem Geldautomaten abgehoben, denn hier auf der
Insel ist alles etwas teurer als bei uns im Aldi. (Eine Größenordnung, mit der
ich nach 5 Stunden Island auch noch nicht vertraut bin: 1 Euro = ca. 150 isl.
Kronen). So war ich gespannt auf die Rechnung. – Mit 3000 Kronen in bar war die
Sache erledigt. Jetzt konnten wir beruhigt
weiterfahren. Immerhin war unser Tagesziel noch 300 km weit entfernt.
Der Weg führte uns an den Ostfjorden entlang, aber viel Zeit für die Sehenswürdigkeiten blieb uns heute nicht mehr.
Der Weg führte uns an den Ostfjorden entlang, aber viel Zeit für die Sehenswürdigkeiten blieb uns heute nicht mehr.
Petras Steinesammlung, eine der größten privaten Steinesammlungen, habe ich mir daher nur von außen angeschaut.
Wir machten einen kurzen Stopp am Strand, der hier nicht weiß wie bei uns ist, sondern schwarz
Und dann hatten wir wieder ein Problem: Wir suchten unsere Unterkunft. In der Beschreibung hörte sich das so an: "Brunnavellier befindet sich entlang einer Abgabelung der Straße 1, 30 km östlich von Jökulsarlon und 45 km westlich von der Ausfahrt nach Höfn, auf der Nordseite von der Straße. Diese Abgabelung befindet sich gerade westlich von der Brücke über den Fluss Stadara und Brunnavellier ist fast am Ende der Abgabelung. Das Ferienhaus ist offen und sie können einfach einreten. Notfalls können sie den Besitzer anrufen." Leider war die Kilometerangabe von Höfn aus falsch und wir suchten vergebens nach der richtigen Abgabelung. Endlich, ca. 5 km weiter war eine Tankstelle in Sicht.
Das hat uns aber nicht wirklich weitergeholfen und die Frage war: "zurück oder vorwärts, du musst dich entscheiden". Wir entschieden uns für weiterfahren. Irgendwann entdeckten wir auch mal ein bewohtes Haus, aber der Mann dort verstand nur ganz wenig Englisch. Aber es reichte. Die Richtung stimmte noch und auf die GPS-Koordinaten war Verlass. So erreichten wir gegen 20:00 Uhr unser erstes Quartier auf der Insel und es stimmte: Die Tür war offen und wir konnten eintreten.